MDF
Effizientes Speichern von Messdaten mit dem MDF-Format

Effizientes Speichern von Messdaten mit dem MDF-Format

MDF (Measurement Data Format) ist ein binäres Dateiformat für Messdaten, das 1991 von Vector in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch GmbH entwickelt wurde. Nachdem das MDF-Format sich schnell zum Defacto-Standard in der Automobilindustrie entwickelte, wurde die überarbeitete Version 4.0 im Jahr 2009 schließlich als offizieller ASAM-Standard veröffentlicht. Das letzte Update des Formats erfolgte 2012 mit ASAM MDF 4.1.

Der MDF-Standard wurde maßgeblich von Vector mitgeprägt, sowohl durch die ursprüngliche Entwicklung als auch durch die langjährige Pflege und Weiterentwicklung zum ASAM-Standard. Alle dabei gesammelten Erfahrungen sowie spezielles Automotive-Know-how flossen in die umfassende MDF-Unterstützung der Produkte ein.

Viele Vector Tools speichern die erfassten Daten standardmäßig in MDF ab. In der Zwischenzeit unterstützen zahlreiche weitere Anbieter MDF bzw. legen ihre Messdaten als MDF-Datei ab.

Offenheit

Vector unterstützt diesen Trend durch die Offenlegung des Formats (MDF-Spezifikation Version 3.3). MDF 4.x ist seit 2009 ASAM-Standard und steht Mitgliedern auf der ASAM-Internetseite zur Verfügung.

Vorteile mit MDF

  • Hohe Performance beim Schreiben und Lesen der Messdaten
  • Kompatibilität zu früheren MDF-Versionen
  • Zukunftssicher durch Offenlegung der Spezifikation (Version 3.3), ASAM-Standard seit Version 4.0.
  • Große Verbreitung in vielen marktgängigen Tools
  • Die Unterstützung des ASAM-Messdatenformats MDF 4.x erlaubt das Schreiben von beliebig großen Dateien (264 Bytes)
  • MDF 4.x erlaubt das Speichern bereits sortierter Messdateien. Die bei sehr großen Messdateien zeitaufwändige Sortierung am Messungsende oder beim ersten Öffnen entfällt dadurch.
  • Ab MDF 4.1 können nun auch Rohbotschaften für die gängigen Bussysteme (CAN, LIN, FlexRay, Automotive Ethernet) und Klassifikationsergebnisse standardkonform in MDF-Dateien gespeichert werden. Neben den Busbotschaften lassen sich auch gleich die darin übertragenen Signale speichern, so dass signalbasiertes als auch zum botschaftsorientiertes Auswerten mit nur einer einzigen Datei möglich ist.
  • Durch die optionale Komprimierung der Nutzdaten ab MDF 4.1 lässt sich die Dateigröße noch weiter reduzieren.

Ein wesentlicher Faktor der zum Erfolg von MDF beigetragen hat, ist die Möglichkeit, Messdaten sehr effizient, d.h. speicherplatzsparend und schnell abzuspeichern. Außerdem kann auch der Lesezugriff auf die Daten in der Datei optimiert werden. Dazu muss die Datei ggf. einmalig, beispielsweise beim ersten Öffnen, umgewandelt ("sortiert") werden, wodurch ein indizierter und somit schneller Zugriff auf die Daten möglich wird. Ab MDF 4.0 können MDF-Dateien ohne nennenswerten Performance-Verlust auch gleich sortiert geschrieben werden.

Details zu MDF

MDF enthält sowohl die während einer Messung anfallenden Rohmessdaten, als auch Metadaten, die zur Interpretation der Rohdaten notwendig sind. Dazu gehören beispielsweise Informationen zur Umwandlung der Rohdaten in physikalische Werte oder der ASAM-konforme Signalname. Die verfügbaren Datenfelder in MDF sind speziell auf die Ansprüche im Automobilbereich ausgerichtet. Auch eigene Kommentare und sogar Binärdaten können Sie dank freier Datenfelder in der MDF-Datei ablegen. Einzelheiten dazu finden Sie in der Spezifikation.

Bei der Erweiterung der MDF-Spezifikation stand auch stets die Kompatibilität im Vordergrund. Dadurch werten Sie ältere MDF-Dateien weiterhin mit aktuellen Tools aus. Dies und die Beständigkeit des Formats, haben zur weiten Verbreitung des MDF-Formats mit beigetragen.

Tool-Unterstützung des MDF-Formats

CANape, vSignalyzer, vMDM, vMeasure exp und vMeasure CSM unterstützen das MDF-Format durch:

  • Aufzeichnen von Messdaten* (sowohl Signale als auch Busbotschaften)
  • Auswerten von Messdaten
  • Konvertieren von Messdaten
  • Kombinieren und Extrahieren von Messdaten

* vSignalyzer unterstützt die signal- und botschaftsorientierte Offline-Auswertung von Messdaten, aber nicht die Aufzeichnung von Messdaten

Weitere Unterstützung durch:

  • MDF4 Lib ist eine leistungsfähige Funktionsbibliothek, mit der Sie MDF-Dateien schreiben, validieren, sortieren und in eigene Anwendungen einlesen können. Neben dem weit verbreiteten MDF3-Format wird auch der neue ASAM-Standard MDF4 unterstützt.
  • Die Analyse- und Test-Werkzeuge CANoe und CANalyzer unterstützen sowohl die signal- als auch die botschaftsorientierte Aufzeichnung von Messdaten im MDF-Format.
  • Die Konfigurationssoftware der Datenlogger-Familien GL1000 / GL2000 / GL3000 / GL4000, und CANlog wandelt Log-Dateien in das MDF-Format um.

Die frei verfügbare MDF ShellExtension erweitert Ihren Windows Explorer um messdatenspezifische Informationen, z.B. MDF-Projekt, MDF-Name, etc.

Falls Sie MDF in Ihrer eigenen Software implementieren möchten, unterstützt Vector Sie mit dem ebenfalls frei verfügbaren Tool MDF Validator. Mit diesem prüfen Sie, ob eine MDF-Datei (bis Version 4.1) soweit der Spezifikation entspricht, dass sie mit Vector Tools eingelesen werden kann.

Screenshot MDF Validator showing structure of a MDF file
Der MDF Validator bietet zudem eine übersichtliche Ansicht der MDF-Struktur in der Datei

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