Durchgängige Daten in der Leitungssatzentwicklung: Unsere Erkenntnisse vom Kongress Bordnetze Digital
Wie ein modellbasierter Ansatz Daten über Fach- und Unternehmensgrenzen hinweg konsistent hält

Im Leitungssatz geht Information vor allem an den Übergaben verloren. Auf dem Kongress Bordnetze Digital in Stuttgart hat Vector gezeigt, wie ein modellbasierter Ansatz Daten von der Architektur bis zum Leitungssatzdesign durchgängig hält.
Bordnetze Digital: Der Datenfluss im Fokus
Am 24. September 2026 stand auf dem Campus der ARENA2036 an der Universität Stuttgart ein Thema im Mittelpunkt: der Daten-Workflow in der Entwicklung und Fertigung von Leitungssätzen. Den Kongress Bordnetze Digital organisieren ARENA2036 und prostep ivip gemeinsam. Entsprechend kamen viele Teilnehmende aus IT, Methoden und Tools bei OEMs, Leitungssatzherstellern und Softwareanbietern.
Datenaustausch und Schnittstellen nahmen im Programm viel Raum ein. Die VEC-Schnittstelle (Vehicle Electric Container) wird stark vorangetrieben und findet zumindest in Europa immer mehr Anklang.

Durchgängige Daten von der Architektur bis zum Leitungssatz
Den Abschluss des Tages bildete der Vortrag von Dr. Harald Bucher, Senior Product Management Engineer für PREEvision und Leitungssatzentwicklung bei Vector. Sein Thema: Datendurchgängigkeit mit PREEvision. Informationen gehen dort verloren, wo Daten Grenzen überschreiten: zwischen Fachdisziplinen, zwischen ECAD und MCAD und an der Schnittstelle zwischen OEM und Tier 1. PREEvision führt die verteilten Daten in einem modellbasierten Ansatz zusammen. Das Ergebnis:
- Konsistentes, modellbasiertes Engineering von der Architektur bis zum Leitungssatzdesign
- Traceability in horizontaler und vertikaler Richtung
- Automatisierte Leitungssatzsynthese
- Designvarianten, die von der Systemarchitektur bis in die Leitungs- und Kabelbaumentwicklung durchgereicht werden
Variantenmanagement: Heute noch viel Handarbeit
Beim Variantenmanagement wird der Handlungsbedarf besonders sichtbar. Best Practice ist bisher, Option Codes bzw. Expressions von Hand an jede einzelne Leitung zu schreiben. Das hat Folgen:
- Hoher manueller Aufwand für den Aufbau und die Pflege über die Zeit
- Fehleranfälligkeit, weil jeder Schritt von Hand erfolgt
- Wiring Modules, die ebenfalls manuell definiert werden
- Keine Garantie für Konsistenz mit den übrigen Ebenen
Ein modellbasierter Ansatz leitet Varianten stattdessen aus der Systemarchitektur ab. Der Leitungssatz folgt der Architektur, und Änderungen laufen ohne manuellen Abgleich durch.
Warum das für MBSE wichtig ist
Im Leitungssatz wird die Systemarchitektur physisch. Driften Architekturmodell und Leitungssatzdesign auseinander, fallen Fehler spät auf und werden teuer. MBSE schließt diese Lücke: ein Modell, nachvollziehbare Entscheidungen, Varianten einmal definiert. Standardisierte Schnittstellen wie VEC tragen diese Durchgängigkeit über Unternehmensgrenzen hinweg.
